Cognac regt sich: Was Rémy, Pernod und LVMH gerade gezeigt haben
Rémy Cointreaus Cognac wuchs um 12,4 %, Pernod Ricard verlor 0,9 % und LVMHs Getränke legten um 6 % zu. Die Herbstzahlen, klar erklärt.
MAN TARGET Editors1. November 2026 3 Min. Lesezeit
Drei Wochen Quartalszahlen haben das klarste Bild seit einem Jahr vom Geschäft mit Luxusspirituosen geliefert. Am 28. Oktober meldete Rémy Cointreau, das Haus hinter Rémy Martin und Louis XIII, einen Halbjahresumsatz (April bis September) von 510,9 Millionen Euro, organisch 2,9 % und berichtet 4,4 % mehr, wie Zonebourse und BFM Bourse berichten. Allein das zweite Quartal wuchs um 4,2 %.
Der Motor war Cognac: Die Sparte legte organisch um 12,4 % zu, gestützt durch schnellere Lieferungen nach China und solide asiatische Märkte. Likör und Spirituosen, darunter Cointreau, fielen um 7,4 %, belastet durch Lagerabbau in den USA nach Händlerwechseln, auch wenn der Konzern die zugrunde liegende US-Nachfrage als besser beschreibt.
Drei Konzerne, eine Landkarte
- Rémy Cointreau (28. Oktober): Halbjahresumsatz 510,9 Millionen Euro, organisch +2,9 %; Cognac +12,4 %; erwartete Zollkosten auf 5 Millionen von 20 Millionen gesenkt.
- Pernod Ricard (15. Oktober): Umsatz im ersten Quartal 2.234 Millionen Euro, organisch -0,9 %, mit USA -10 %, China -25 % und Indien +19 %; Jameson wuchs, Martell und Absolut gaben nach.
- LVMH (12. Oktober): Wein & Spirituosen mit 4.027 Millionen Euro in neun Monaten, organisch +5 % und +6 % im dritten Quartal, mit erholtem Champagner und guter Dynamik bei Hennessy in Asien.
- Der rote Faden: Asien und Indien verbessern sich, die USA bauen weiter Händlerbestände ab.
Cognac ist nicht zurück in den Boomjahren, aber die Zahlen fallen nicht mehr in gerader Linie.
Der Kontext zählt. Pernod Ricard rechnet für das Geschäftsjahr mit weitgehend stabilem organischem Umsatz, wobei Rückgänge in den USA und China durch Wachstum anderswo, auch in Indien, ausgeglichen werden, und nennt das Umfeld uneinheitlich und unsicher. Die Aktie hatte am 29. September mit 58,72 Euro ein Fünfjahrestief erreicht, bevor sie sich nach den Zahlen erholte.
Was das für die Flasche in Ihrem Regal bedeutet
- Prestige-Cognac wächst wieder in Asien, dem Markt, der erst den Boom und dann den Einbruch auslöste.
- In den USA verweisen Pernod Ricard und Rémy Cointreau auf Bestandsanpassungen der Händler, nicht nur auf geringeren Konsum.
- Rémy Cointreau bestätigt das Ziel, in diesem Geschäftsjahr zu nachhaltigem organischem Wachstum zurückzukehren, und will die Zollersparnis in seine Marken investieren.
Nächster Termin: Rémy Cointreau legt am 25. November Halbjahresergebnisse und mittelfristige Ziele vor. Nichts davon ist Anlageberatung; wenn Sie Getränkeaktien halten, sprechen Sie mit einem qualifizierten Berater.
Das Wichtigste
- Rémy Cointreaus Halbjahresumsatz erreichte 510,9 Millionen Euro, organisch +2,9 %, Cognac legte um 12,4 % zu.
- Pernod Ricards Umsatz im ersten Quartal sank organisch um 0,9 %: USA -10 %, China -25 %, Indien +19 %.
- LVMHs Sparte Wein & Spirituosen wuchs im dritten Quartal organisch um 6 %, getragen von Champagner und Hennessy in Asien.
- Rémy Cointreau erwartet nun Zollkosten von etwa 5 Millionen Euro statt 20 Millionen.
FAQ
Erholt sich der Cognac-Absatz 2026?
Teilweise. Die Cognac-Sparte von Rémy Cointreau wuchs von April bis September 2026 organisch um 12,4 %, getrieben von China und Asien, während Pernod Ricard für Martell im ersten Quartal einen Rückgang meldete.
Warum sinkt der Umsatz von Pernod Ricard?
Im Quartal bis September 2026 fiel der organische Umsatz um 0,9 %, weil die USA (-10 %) und China (-25 %) das starke Wachstum in Indien (+19 %) überwogen.
Wie wirken sich Zölle auf Rémy Cointreau aus?
Der Konzern erwartet nun Zollkosten von rund 5 Millionen Euro im Geschäftsjahr statt zuvor 20 Millionen und will die Ersparnis reinvestieren.
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